Im Zeichen der Drei

Am Rand des Mare Nubium befindet sich ein zusammenhängendes Trio von Mondkratern. Ptolemaeus, Alphonsus und Arzachel sind ihre Namen und jeder hat andere Sehenswürdigkeiten zu bieten. Doch zunächst einmal das obligatorische Übersichtsbild.

Die Position des Trios

Die Position des Trios

ist der größte Krater dieser Dreiergruppe. Sein Durchmesser beträgt etwa 150-160 Km. Die auffälligste Struktur in Ptolemaeus ist der Kleinkrater Ammonius, der nordöstlich des Zentrums liegt. Sein Durchmesser beträgt etwa 8-9 Km. Neben Ammonius ist Ptolemaeus von einer großen Anzahl Kleinstkrater übersät. Je nach Beobachtungsinstrument kann man mehr oder weniger von ihnen sehen. Ptolemaeus eignet sich daher gut um das Auflösungsvermögen seines Teleskopes zu testen. Eine ganze Reihe von Geisterkratern versteckt sich in Ptolemaeus. Der größte von ihnen liegt im Norden direkt über Ammonius.

, der zweite im Bunde, ist der südliche Nachbar von Ptolemaeus. Er hat einen Durchmesser von 110-120 Km. In Nord-Süd-Richtung durchzieht ein Höhenrücken den Krater, während sich in der Mitte ein kleiner Zentralberg befindet. Alphonsus ist von einem Rillensystem durchzogen, dessen größte Rille man in der Nähe des östlichen Walls beobachten kann. Unschwer zu erkennen sind drei dunkel gefärbten Areale im Krater. Vielleicht sind es Zeugnisse tektonischer Restaktivität aus der Vergangenheit. Jedenfalls ist Alphonsus einer der Hauptverdächtigen für Lunar Transient Phenomena.

der südlichste Krater des Trios ist etwa 100 Km groß. Er hat einen sehr schönen Ringwall mit ausgeprägten Terrasssen. In seinem Zentrum erhebt sich ein gewaltiger Zentralberg. Weiter östlich sieht man einen etwa 10 Km großen Kleinkrater und eine markante Rille.

 

In der Slideshow lassen sich all die beschriebenen Details nur erahnen. Damit sie diese Details beobachten können, folgt nun ein größeres Bild der Region. Klicken sie dazu einfach auf das folgende Vorschaubild und die größere Version öffnet sich in einer Lightbox.

Im Zeichen der Drei

Claudius Ptolemäus (um 100 – nach 160) war ein griechischer Astronom und Mathematiker.
Alfons X. (1221 – 1284) war ein König von Kastilien und Leon.
az-Zarqali (1029 – 1087) war ein arabischer Astronom und Mathematiker.

Aufnahmedatum: 19.07.2014
Teleskop: Celestron C 9.25
Kamera: ZWO MM-120
Montierung: Skywatcher HEQ-5
Filter: Astronomik Planet Pro 742
Veröffentlicht unter Mond

Marsopposition 2014

Mars, unser äußerer Nachbarplanet, ist nur zu bestimmten Zeitpunkten gut beobachtbar. Aufgrund unserer kürzeren Umlaufbahn um die Sonne überrunden wir ihn durchschnittlich alle 779 Tage. Dieser Zeitpunkt nennt sich Marsopposition. Der Abstand zum Mars ist dann besonders klein. 2014 war das Anfang April der Fall. Da die Marsbahn stärker elliptisch ist als die Erdbahn, schwanken die Abstände in den verschiedenen Oppositionen. Mit etwa 93 Millionen Kilometern war er in diesem Jahr noch recht groß. Während der Marsopposition 2016 wird der Abstand dann deutlich geringer sein.

Gegenüber der letzten Oppositionsphase im März 2012 ist der Abstand zum Mars dieses mal etwas geringer. Dafür steht er jedoch tiefer im Süden, wodurch die Beobachtung erschwert wird. Das setzt sich 2016 fort. Mars wird dann noch tiefer im Süden stehen und noch schwerer zu beobachten sein.

Das nächste Bild zeigt Mars am 24.03.2012. Es handelt sich um mein erstes Bild vom Mars in dem schon einige Details wie die vereiste Polkappe und die dunklen Hochländer zu erkennen sind. Die Entfernung zum Mars betrug etwa 96 Millionen Kilometer. Als Aufnahmeinstrument benutzte ich ein Maksutov-Cassegrain-Teleskop mit 7 Zoll Öffnungsdurchmesser. Die Brennweite steigerte ich mit Hilfe einer Antares 2x Barlow auf 5400mm.

Mars am 24.03.2012

Mars am 24.03.2012

 

ueberschrift-mars

Dieses Jahr fand die Opposition im April statt. Natürlich sollten die Bilder besser werden als 2012. Als Aufnahmeinstrument startete ich mit meinem bewährten Maksutov-Teleskop. Später folgten Versuche mit dem C9,25 von Celestron. Als Kamera benutzte ich dieses Jahr die ZWO ASI 120MC. Diese Farbkamera hat ziemlich kleine Pixel wodurch das aufgenommene Bild größer dargestellt wird.

Mitte März startete ich einige Versuche allerdings mit wenig Erfolg. Ende März sah das Wetter recht vielversprechend aus. In der Nacht zum 31.03.2014 beobachtete ich Mars erstmals in diesem Jahr. Das nachstehende Bild zeigt schon einige Oberflächendetails. Positiv überrascht war ich über die große Abbildung des Planeten bei lediglich 5,4 Meter Brennweite.

Mars am 30.03.2014

Mars am 30.03.2014

 

In den ersten beiden Aprilwochen war das Wetter schlecht, ab Mitte April besserte es sich langsam. Statt des Skywatcher BKM 180 wählte ich nun das Celestron 9,25. Die Brennweite wurde mit der Antares 2x Barlow auf 4700mm gesteigert. Bei dieser Brennweite wird der Planet recht klein abgebildet, trotzt der kleinen Pixel der Kamera. Bei der Erstellung der einzelnen Summenbilder benutzte ich deshalb die Drizzle-Funktion der Stackingsoftware. Im Ergebnis wird das Summenbild um den Faktor 1,5 vergrößert. Nachfolgend sind meine Beobachtungsergebnisse in einem Bild zusammengefasst. Mars ist hier in Orginalgröße bei etwa 4700mm Brennweite zu sehen. In der folgenden Galerie sind die Beobachtungsergebnisse chronologisch geordnet. In diesen Bildern ist Mars um den Faktor 1,5 vergrößert.

Mars beobachtet im April 2014.

Mars beobachtet im April 2014.

 

Für die Aufnahmen des Mars benutzte ich eine ASI-Farbkamera von ZWO mit eingebauten IR-Sperrfilter. Die Erstellung der Bilder ist damit einfach und mit wenig Aufwand verbunden. Mit Monochrom-Kameras in Verbindung mit einem IR-Pass-Filter lassen sich sicherlich noch bessere Bilder erzielen, einige Details lassen sich aber auch so gut erkennen. Ende April war Mars noch etwa 95 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Die Entfernung wächst bereits wieder und in wenigen Tagen wird er ausser Reichweite sein. Dann heisst es für die nächsten zwei Jahre Abschied nehmen.

Auf Wiedersehen Mars.







Hutech IDAS LPS-P2 Filter

Der Einsatz des Filters eröffnet dem Nutzer einen ordentlichen Bonus bei der Langzeitbelichtung. Der Filter erlaubt längere Belichtungszeiten auch bei lichtverseuchtem Stadthimmel. Der LPS-P2 erlaubt etwa die 2-Fache Belichtungszeit wie ohne Filter.
Um feinste Strukturen bei Nebeln herzuarbeiten, braucht man Belichtungszeit. Nun ist es in unserem Umfeld leider so, das unsere Menschengemeinschaft leider nach Unmengen von Nachtbeleuchtung hungert. Das hat natürlich Konsequenzen in sofern, das unser Nachthimmel mächtig aufgehellt ist. Das wiederum, lässt uns bei der Langzeitbelichtung ordentlich den Kontrast vermiesen. Das Objekt tritt erheblich schwächer hervor, als es wünschenswert ist. Also ist es nötig das Lichtspektrum der Lichtverschmutzung zu dämpfen und gleichzeitig das Spektrum der Deepsky-Objekte passieren zu lassen.

1. Genau das will man mit dem Filter erreichen.
2. Genau das macht er auch gut.

Für runde 200.- Euro ist das natürlich kein preiswertes Vergnügen. Wenn man jedoch bedenkt wie viel Benzin man spart, um zu dunkleren Orten zu gelangen und wie viel Frust gedämpft wird, ist das gar keine schlechte Investition. Für Städter ist er also zu empfehlen. Meine Wahl viel auf den 2“ Filter mit Schraubgewinde. Das Teil wird z. B. am Reducer verschraubt. Damit ist man unabhängiger als mit einem Canon-Clipfilter. Meine Belichtungszeit belasse ich bei 6 Minuten (ISO800). Für städtisches Umfeld bestimmt nicht schlecht. Ein Beispielbild mit gerade einmal 1 Stunde Belichtungszeit, jeweils 6 Minuten bei ISO800.

Messier 42 im Sternbild Orion

M42 – Orionnebel

Mehr gesammelte Werke von mir gibt es hier bei Astrobin


Teleskop: Meade 102 series 5000 triplete APO
Montierung: Celestron Cam
Kamera: Modifizierte Nikon D 5000
Autoguider: Lacerta M-GEN2
Belichtung: 10 Bilder a 360 Sekunden
Filter: Hutech IDAS 2″ LPS-P2
Sonstiges: Brennweitenreduzierung Astro Professional 0,8

Astromodifikation von DSLR

DSLR-Kameras haben einen Filter vor dem Chip. Dieser schneidet einiges vom roten Lichtspektrum, z. B. bei H-Alpha-Linien ab. Das ist für die Tageslichtfotografie von Vorteil, aber ein Nachteil bei der Astrofotografie. Um dieses zu verhindern kann man die Kamera „astromodifizieren“ lassen. Der Filter wird ersetzt durch einen, der dieses Lichtspektrum nicht abschneidet.

Es gibt verschiedene Anbieter die solche Eingriffe fachmännisch vornehmen. Die Preise liegen bei etwa 150-300 Euro, je nach Art des Eingriffs. Was bei Galaxien weniger interessant ist, ist gerade bei Emissionsnebeln von entscheidender Bedeutung. Ich habe NGC7635 einmal mit und einmal ohne Modifikation abgelichtet. Dieser Vergleich ist möglich, weil ich meine Rohbilder nicht wegwerfe.

Summenbild ohne Modifikation

Summenbild ohne Modifikation

Summenbild mit Modifikation

Summenbild mit Modifikation

 

Fertiges Bild ohne Modifikation

Fertiges Bild ohne Modifikation

Fertiges Bild mit Modifikation

Fertiges Bild mit Modifikation

Die unterschiedliche Darstellung des Nebels ist hier deutlich zu sehen. Am Sternhaufen M52 kann man feststellen, dass hier die Modifikation praktisch keine Rolle spielt. Ingesamt lohnt eine Modifikation auf jeden Fall. Es macht nichts schlechter, sondern vieles besser sichtbar. Meine Kameras sind mit der Standardmodifikation ausgerüstet. Das kostet ca. 160.- Euro.

Lacerta M-GEN

Der MGEN ist ein Stand-alone-Autoguider. Das bedeutet er braucht keinen PC oder Laptop damit er seinen Dienst tut. Das Teil hat dazu noch einige andere Features im Bauch, die ihn sehr interessant machen.

Guiding:

Ein enormer Vorteil des MGEN ist, das er in Zusammenarbeit mit einem 8×50 Sucher, bis etwa 2000mm Brennweite guiden kann. Das ist besonders erfreulich, weil damit praktisch kaum zusätzliches Gewicht auf das Setup gepackt wird. Erfreulich ist weiterhin das der MGEN sich praktisch von allein zum guiden einstellt. – Die Leitsternsuche funktioniert automatisch. – Die Routine zum kalibrieren läuft automatisch. — Dann einfach „Start guiding“ – und fertig.

Kamerasteuerung:

Der MGEN kann wie ein programmierbarer Auslöser benutzt werden. Er kann mehrere Belichtungsprogramme abspeichern und miteinander kombinieren. Es gibt insgesamt vier Programme, alle untereinander kombinierbar. Damit hat man einen ganzen Korb voll Möglichkeiten um Belichtungsreihen durchzuführen. Ein weit verbreiteter Trugschluss ist, das der MGEN nur eine Canon auslösen kann. Im Grunde ist der MGEN wie ein universeller Auslöser verwendbar. Einzig das Auslöserkabel von der Kamera muss passen. Beispiel: Nikon DC2 Auslösekabel auf 2,5mm Klinke >> Adapter von 2,5 mm Klinke auf 3,5 mm Klinke und ab in den MGEN. So funktioniert der MGEN mit eigentlich jeder DSLR.

Dithering:

Es ist bei Astrofotos sehr oft ein starkes Streifenmuster sichtbar.
Das lässt sich nicht wegmitteln. Das liegt daran, das es praktisch immer auf den selben Pixel zum liegen kommt. Verhindern kann man das nur, in dem man jedes Foto gegen ein anderes versetzt. Dadurch mittelt sich dieses Muster quasi selbst weg. Dadurch wird nicht nur der Hintergrund glatter, sondern es wird auch mehr Tiefe erreicht. Insgesamt wird das Rauschen im Hintergrund erheblich reduziert und die EBV vereinfacht.

Wer das Geld von etwas mehr als 500,- Euro übrig hat und wer keinen PC für das Guiding benutzen möchte, der sollte sich den MGEN mal anschauen. Wer eine CCD benutzt, braucht sowieso einen Rechner und wird daher wahrscheinlich eine klassische und billigere Guiding-Cam-Lösung benutzen.

Stand-alone-Systeme gibt es auch noch andere und ein Blick darauf lohnt sich sicher auch. Hier gilt es einfach zu vergleichen. Mein Problem – ich kenne nur den MGEN und ich bin begeistert.

Lacerta M-GEN

Lacerta M-GEN